Wann Ihr Laptop-Akku reif für den Müll ist – und wie der Austausch funktioniert

Die standardmäßigen Akkus in Ihrem Laptop sollen angeblich bis zu 1000 Ladezyklen überleben, ehe sie zu schwächeln beginnen. Doch was sind Ladezyklen genau? Und wie erkennen Sie, wie lange Ihr Akku tatsächlich noch lebt? Das alles erfahren Sie hier.

mann überprüft zu 89 Prozent vollen Ladebalken

Die Lebenszeit eines Laptop-Akkus

Erst kürzlich haben wir darüber berichtet, warum es sinnvoll ist, Ihren Laptop nicht gleich wegzuwerfen, wenn der Akku kaputt geht. Schließlich sind selbst die modernen Lithium-Ionen-Akkus, die in allen aktuellen Notebooks verbaut sind, noch immer die größte Schwachstelle jedes Notebooks, wenn es um die Garantie geht.

Wie lange hält aber ein durchschnittlicher Akku, ehe Sie sich nach einem Ersatz umschauen sollten?

Was einen Akku tötet

Allgemeine Aussagen über die Lebensdauer von Akkus variieren von Hersteller zu Hersteller und sind auch nur schwer festzulegen, da es eine Menge Faktoren gibt, die sich schädlich oder auch günstig auf den Gesundheitszustand des Akkus auswirken können. Dinge, welche die Kapazität eines Akkus beeinträchtigen können, sind zum Beispiel:

  • Zu hohe Temperaturen (> 40°C)
  • Zu niedrige Temperaturen (unterhalb des Gefrierpunkts)
  • Falsche Ladespannung
  • Überladen eines vollständig geladenen Akkus (was in Notebooks jedoch eine automatische Schaltung verhindert)
  • Vollständige Tiefenentladung mit längerer Wartezeit bis zur nächsten Aufladung (der Akku wird nämlich im schlimmsten Fall von der integrierten Sicherheitselektronik abgeschaltet und lässt sich nicht mehr durch ein Ladegerät aktivieren)

Ein Akku wird offiziell als defekt betrachtet, wenn seine Ladekapazität unter 80% der Anfangskapazität gesunken ist. Natürlich können Sie Ihren Akku noch weiterbenutzen – wann Ihre persönliche Toleranzgrenze für die Akkulaufzeit Ihres Laptops erreicht ist, entscheiden allein Sie. Wie Sie dafür sorgen, dass Ihr Akku länger hält, verrät Ihnen unsere Anleitung zur Verlängerung Ihrer Akkulaufzeit.

Frau mit Feuerlöscher löscht ihren Laptop
Große Hitze mag Ihr Akku nicht – sonst müssen Sie noch zu drastischen Maßnahmen greifen.

Die gewöhnliche Lebenserwartung

Behandeln Sie Ihren Laptop-Akku dagegen pfleglich, liegt der allgemein anerkannte Standard für einen Lithium-Ionen-Akku bei durchschnittlichen 500 bis 1000 Ladezyklen. Aber was bedeutet das genau?

Ein Ladezyklus beschreibt die vollständige Ladung von 0 auf 100 Prozent. Dieser muss bei Li-Ion-Akkus jedoch nicht vollständig passieren – im Gegenteil fühlt sich Ihr Laptop-Akku in einer Kapazitätsspanne zwischen 20% und 80% am wohlsten – sondern kann sich auch aus mehrfachen kleinen Ladungen zusammensetzen. Laden Sie beispielsweise Ihr Notebook fünfmal um 20% auf, haben Sie damit erst einen Ladezyklus (5×20=100) verbraucht.

Da sich der Gebrauch jedes Laptops von Nutzer zu Nutzer unterscheidet, gibt es keine allgemein verbindliche Aussage, wie lange Ihr Akku braucht, bis er diese Menge an Ladezyklen erreicht hat. Für gewöhnlich rechnet man mit einer Zeitspanne von 2 bis 5 Jahren. (Quelle)

Wie überprüfe ich, ob mein Akku kaputt ist?

Wenn Sie es darauf ankommen lassen, meldet sich Ihr Akku von selbst, sobald er ans Ende seiner Kräfte kommt – oder ganz einfach kaputt ist. Geht Ihr Notebook eines Tages nicht mehr, finden Sie auf folgende Weise heraus, ob es an Ihrem Akku liegt:

  1. Gehen Sie sicher, dass Ihr Laptop vollständig ausgeschaltet ist (kein Stand-by-Modus)
  2. Entfernen Sie den Akku (wie das geht, erklären wir Ihnen weiter unten)
  3. Schließen Sie Ihren Laptop an das Netzteil an. Funktioniert Ihr Gerät ohne eingebauten Akku, ist dieser kaputt und muss ersetzt werden (was bei uns ganz schnell geht)
Frau sitzt vor schwarzem Bildschirm ihres Laptops
Wenn Sie plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen, sollten Sie checken, ob es nicht bloß Ihr Akku ist, der ausgetauscht werden muss.

Sonderfall Windows 7: „Sie sollten den Akku austauschen“

Rechner mit dem Betriebssystem Windows 7 verfügen über eine eingebaute Software, bei der der Akku ab einer Ladekapazität von 40 % oder weniger eine Warnmeldung an das System schickt. Die offizielle Vorgehensweise von Windows in diesem Fall ist tatsächlich, Ihren Akku auszutauschen.

Allerdings muss die Warnmeldung nicht in jedem Fall den realen Zuständen entsprechen. Um sicherzugehen, ob Ihr Akku tatsächlich defekt ist oder nur ein Fehler in der Software für die Meldung verantwortlich ist, können Sie die automatische Akkukontrolle abschalten, Ihren Akku einmal entladen und wieder neu laden (die genaue Anleitung finden Sie hier).

Taucht die Meldung anschließend immer noch auf, ist Ihr Akku tatsächlich reif für den Wechsel. Es ist allerdings auch gut möglich, dass die Fehlermeldung anschließend verschwindet.

Warnmeldung von Windows 7 zum Akkustatus
Wenn ein rotes Kreuz neben Ihrem Akku auftaucht, kann es sein, dass Ihr Akku langsam schlapp macht.

Der Austausch – schnell und unkompliziert

Das Entfernen Ihres alten Akkus wird Ihnen von modernen Notebooks leicht gemacht (sofern es nicht von Apple ist, siehe unten). Für gewöhnlich befindet sich der Akku am hinteren Ende der Unterseite Ihres Laptops. Der Wechsel kann in fünf einfachen Schritten durchgeführt werden:

  1. Schalten Sie Ihren vollständig Laptop aus (kein Stand-By-Modus!) und drehen Sie es auf die Rückseite.
  2. Schieben Sie die Akkuverriegelung (ein kleiner Schieberegler, der meist mit einem Akkusymbol versehen ist) nach vorne und halten Sie diese gegebenenfalls fest.
  3. Heben Sie nun den Akku aus seiner Fassung.
  4. Reinigen Sie die Kontakte mit einem trockenen Tuch.
  5. Setzen Sie nun Ihren neuen Akku in die Fassung ein, bis die Verriegelung einschnappt.

Dieses Video zeigt Ihnen den Vorgang in unter 30 Sekunden:

Problemfall Apple

Obwohl Herstellern eigentlich gesetzlich vorgeschrieben ist, ihre Geräte so zu gestalten, dass Akkus problemlos zu entfernen sind, geht der kalifornische Technologiegigant nach wie vor eigene Wege.

Während es bei älteren MacBooks noch möglich – wenn auch umständlich – ist, den Akku auszuwechseln, verweigern sich die neueren Geräte mit Retina-Display vollständig dieser Behandlung. Bei ihnen sind die Akkus mit dem Gehäuse verklebt und somit endgültig nicht mehr von Normalverbrauchern zu entfernen. Hier sind Sie gezwungen, Ihr Gerät bei Verdacht auf einen Akkuschaden vom Kundenservice reparieren zu lassen.

Da Apple allerdings auch nicht mehr als ein Jahr Gewährleistung auf seine Produkte gibt, können Sie es bei älteren Geräten mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Feingefühl den Wechsel dennoch selbst vornehmen. Die passenden Akkus dazu finden Sie hier. Wie das geht, zeigt Ihnen dieses Video:

Wie lange hat mein Laptop-Akku noch zu leben? Softwaretipps für die Überprüfung

Falls Sie nicht erst beim plötzlichen Ableben Ihres Akkus davon erfahren wollen, dass Sie sich nach Ersatz umsehen sollten, gibt es Abhilfe.

Für Windows

Für Windowsrechner gibt es die kostenlose Software Battery Optimizer, die Ihnen nicht nur dabei hilft, die Lebensdauer Ihres Akkus im Blick zu behalten, sondern auch Tipps gibt, wie sie die Laufzeit verlängern können.

Für Mac

Ihr Macbook bietet Ihnen auch ohne zusätzliche Software die Möglichkeit, herauszufinden, wie viele Ladezyklen Ihres Akkus Sie bereits verbraucht haben. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Es existiert allerdings auch für Apple-Geräte ein kleines Tool, das Ihnen auf einen Blick den Zustand Ihres Akkus verrät – und noch ein paar zusätzliche Informationen zur Verfügung stellt. Das Programm heißt coconutBattery und ist ebenfalls kostenlos erhältlich.

Wir wünschen Ihrem Notebook-Akku ein langes Leben! Wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben, hinterlassen Sie uns doch einfach einen Kommentar.

 

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2 Gedanken zu „Wann Ihr Laptop-Akku reif für den Müll ist – und wie der Austausch funktioniert

  1. Darf ich hier auch meine Fragen loswerden?
    ad 1:Wenn ich meistens mit dem Netzkabel arbeite und gar nicht ohne, kann der Akku dann so eine große Rolle spielen?
    ad 2: Der Akku meines Laptops ist 100% aufgeladen (laut Meldung) und Windows 7 (genau wie oben beschrieben) meldet: austauschen. Also wie jetzt?
    Vielen Dank für eine Antwort.
    LG S.

    1. Sehr geehrte Frau Stohrer,

      wenn Sie ausschließlich mit dem Netzteil arbeiten, dann sollten den Akku (im voll geladenen Zustand) ausbauen, um ungewolltem Verschleiß am Akku vorzubeugen. Wenn Ihr Betriebssystem in mitteilt, dass der Akku ausgetauscht werden soll, dann liegt ein Fehler am Akku oder der Ladeelektronik vor. manchmal reicht ein Systemneustart oder der Aus- und Einbau des Akkus um den Fehler zu beheben. Sollte dieser Hinweis jedoch weiter dauerhaft erscheinen, dann sollten Sie den Akku und auch Ihr Notebook überprüfen lassen.

      Viele Grüße
      Ihr Akku.net Team

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