Notebook-Akkus: So verlängern Sie die Akku-Laufzeit Ihres Laptops

Es gibt nichts Ärgerlicheres als einen Laptop, der im ersten Moment geladen scheint und schon eine Stunde später den Anschluss an die Steckdose fordert. Meist ist es kein Hardware-Fehler, sondern der schwächelnde Akku des Notebooks. Wir haben Tipps, wie Sie Ihren Akku von Anfang an schonen, bei schlechter Leistung neu einstellen und wie Sie schon während dem Gebrauch des Laptops Strom sparen können.

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Damit Sie Ihren Laptop so lange wie möglich und außerdem wo Sie möchten benutzen können, ist ein Schonen des Notebook-Akkus von Anfang an unerlässlich.

Laptop-Akku schonen: Laufzeit von Anfang an erhalten

Auch wenn Laptop-Akkus mittlerweile noch so gut konzipiert sind: ihre Leistung und Ladefähigkeit lassen früher oder später nach. Damit Sie diesen Zeitpunkt aber so lange wie möglich herauszögern können, ist eine richtige Pflege von Anfang an unerlässlich! Die wichtigsten Punkte, die Sie dabei beachten müssen:

1. Lassen Sie Ihren Akku nicht ständig völlig leer werden

Akkus leiden generell unter Extremen, also ständigem Überladen oder extremer Tiefentladung (weniger als 10%). Denn durch Tiefentladung wird der Alterungsprozess des Akkus verstärkt. Auch wenn die in Notebooks integrierte Ladeelektronik theoretisch vor der Tiefentladung schützt: Der Akku entlädt sich nach dem Ausschalten noch weiter selbst und kann dadurch auf einen Ladezustand von unter 10% kommen (siehe Selbstentladung). Deshalb sollten Sie den Laptop spätestens dann einer Stromquelle zuführen, wenn er sich von selbst ausschaltet.

2. Vermeiden Sie Wärme und Überhitzung

Ein heißer Akku ist meist ein Zeichen für mögliche Probleme und deutet darauf hin, dass etwas nicht mehr einwandfrei funktioniert. Damit das überhaupt erst gar nicht passiert, sollten Sie Ihren Laptop zum einen niemals ohne eine harte Unterlage benutzen. Das heißt, vor allem bei Verwendung im Bett oder auf dem Sofa, wo Kissen den Lüfter verstopfen und so zu einem Wärmestau führen können, ist das Risiko einer Überhitzung groß. Die Lebensdauer des Akkus nimmt durch diese Erwärmung ab und er altert außerdem schneller. Zum anderen sollte das Notebook nicht zu hohen Außentemperaturen ausgesetzt sein. Akkus funktionieren am besten bei Raumtemperatur.

3. „Trainieren“ Sie den Akku

Damit der Akku seine volle Kapazität behält, sollte er ein gewisses Training bekommen (Quelle). Das bedeutet, dass Sie den Akku direkt nach dem Kauf zwei- bis dreimal komplett entladen und ihn wieder voll aufladen sollten (Quelle). Für diesen, auch Zykeln genannten Vorgang, wird der Laptop ohne Netzteil benutzt, bis er sich ausschaltet. Danach wird er in aller Ruhe wieder aufgeladen – am besten also ohne ihn gleichzeitig zu gebrauchen.

4. Nehmen Sie den Akku bei Stromanschluss aus dem Notebook

Arbeiten Sie nur am Stromnetz, dann ist es ratsam, den Akku aus dem Laptop heraus zu nehmen. Auch wenn eingebaute Elektronik verhindert, dass der Akku überladen wird: Bei ständigem Laden kann der Akku irgendwann nicht mehr genau ausmachen, wann er geladen ist und wann nicht. Nehmen Sie den Akku aber nur im ausgeschalteten Zustand heraus; sonst werden Ladezyklen verschwendet und führt das möglicherweise zu einem Absturz des Systems, der zudem auch die Hardware schädigen kann (Quelle). Mac-Books oder Ultrabooks haben meist festverbaute Akkus, die nicht herausnehmbar sind. Hier ist die Ladeelektronik aber oft so fein eingestellt, dass die Akkuladung getrennt wird, bevor größere Schäden am Akku entstehen.

5. Benutzen Sie Ihren Akku

Gleiches gilt vice versa: Der Laptop ist nicht umsonst ein „Schoßrechner“. Denn der Vorteil eines Notebooks ist ja eigentlich, dass es portabel ist und auch ohne Stromanschluss mobil betrieben werden kann. Grob überschlagen wird empfohlen, den Laptop alle zwei Wochen wenigstens einmal nur über den Akku laufen zu lassen (Quelle).

 Laptop-Akku „retten“ durch Kalibrieren

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Kalibrieren ist das Zauberwort: So wird der Ladestand des Akkus wieder korrekt angezeigt – und der Laptop schaltet sich nicht unvorhergesehener Weise von selbst ab.

 

Vorweg: Abgenutzte, in die Jahre gekommene Batterien können nicht „verjüngt“, „geheilt“ oder gar wieder „wie neu“ werden. Denn altes Lithium kann nicht von heute auf morgen mehr Elektronen speichern. Aber falls Ihr Laptop unerwarteter Weise schnell entlädt und Probleme damit hat, die Restleistung des Akku genau anzugeben, kann man auf Kalibrieren zurückgreifen.

Zauberwort: Akku kalibrieren

Viele kennen das Problem: Obwohl der Akku vollständig geladen wurde, sinkt die Ladestandanzeige schon nach kurzer Zeit ab. Hier hilft nur eins: Verpassen Sie Ihrem Laptop eine Erfrischungskur! Das geschieht, indem die Akkulaufzeit durch eine Kalibrierung verbessert angezeigt wird, d.h. der augenblicklich maximal erreichbare Ladestand wird als 100% neu definiert. Eine Durchführung empfiehlt sich drei- bis viermal im Jahr.

Kalibrieren: So geht‘s

In der Regel verfügen alle Notebooks über ein „Refreshing Tool“ (im BIOS), welches den Akku wieder in Schwung bringt. Das Tool entlädt den Akku unter Umgehung aller Stromsparoptionen und lädt ihn anschließend wieder auf. Außerdem wird meist auch die Ladestand-Anzeige des Notebooks neu kalibriert. Um ins BIOS zu gelangen, müssen kurz nach dem Start des Notebooks die „Entf“ oder „F2-Taste“ gedrückt werden (Quelle). Hier finden Sie eine ausführliche Erklärung, wie das BIOS dann aufgerufen und bedient wird.

Wenn Sie über kein „Refreshing Tool“ verfügen, können Sie auch anderweitig improvisieren. Hierfür wird, ähnlich wie beim „Training“, der Akku des Laptops vollständig aufgeladen bis die Anzeige 100% aufweist – und danach direkt manuell vom Strom genommen. Über die „Systemsteuerung“ werden dann alle Programme im Batteriebetrieb „Strom sparen“ deaktiviert, damit der Computer die Ladung schneller verliert. Anschließend wird der Laptop wieder aufgeladen. Wiederholen Sie den Vorgang zwei- bis dreimal. Die Anzeige zum Stromladestand sollte danach nun auch wieder korrekt eingestellt sein (Quelle).

Wenn das alles nichts hilft und für Ihren Notebook-Akku wirklich Hopfen und Malz verloren sind, dann finden Sie in unserem Onlineshop preiswerte Ersatzakkus für jegliche Laptopmodelle.

Für den täglichen Gebrauch: Zusatz-Tipps zum Strom einsparen

Unsere vorherigen Tipps sollen die Gesamtlebensdauer Ihres Notebook-Akkus verlängern. Für den täglichen Gebrauch ist aber eine andere Art der Akku-Laufzeit wichtig: Wie lange kann der Laptop ohne externe Stromquelle genutzt werden? Wir haben noch ein paar wichtige Ratschläge, damit Sie den Laptop möglichst lange im Café oder auf der Terrasse nutzen können.

1. Nutzen Sie Energiesparprogramme des Betriebssystems

Jedes Betriebssystem bietet Software, die die Energie „managen“ kann (findet man meist unter Systemsteuerung). Dieses Powermanagement regelt je nach Bedarf den Verbrauch des Stroms und kann dadurch die kurzfristige Lebensdauer des Akkus ungemein verlängern: Verdunkeln Sie den Bildschirm, schalten Sie den Laptop auf stumm und beenden Sie Bluetooth und WLAN, wenn es gerade nicht gebraucht wird.

2. Beenden Sie unnötige, im Hintergrund laufende Programme

Auch wenn es praktisch klingt, mehrere Programme gleichzeitig benutzen zu können: Für den Akku ist das Schwerstarbeit! Beschränken Sie sich auf eine Anwendung, die Sie gerade benutzen. Wenn Sie außerdem die Programme im Autostart konfigurieren, werden viele unsichtbare Stromfresser deaktiviert.

3. Defragmentieren Sie Ihre Festplatte

Um die Akkulaufzeit zu erhöhen und gleichzeitig die Computerleistung zu steigern, kann es hilfreich sein, von Zeit zu Zeit die Festplatte zu defragmentieren; denn während diese in Betrieb ist und nach Dateien sucht, verbraucht sie Unmengen an Strom. Eine Fragmentierung sorgt für neue Ordnung auf dem Datenträger (mehr Informationen dazu). Eine Anleitung zur Defragmentierung finden Sie für Windows auf der Microsoft-Seite oder für Mac beispielsweise hier.

Weitere Fakten und Informationen dazu, wie Sie Ihren Laptop-Akku richtig aufladen, finden Sie hier in unserem Blog.

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4 Gedanken zu „Notebook-Akkus: So verlängern Sie die Akku-Laufzeit Ihres Laptops

    1. Hallo Surgeon,

      vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Artikel entsprechend geändert.

      Um Ihre Frage aber auch zu beantworten:

      In der Regel schafft es Windows allein die Festplatte zu fragmentieren. 😀

      Beste Grüße

      Ihr Akku.net Team

  1. Interessanter Artikel.

    Nachdem ich mir einen Akku durch unsachgemäße Behandlung zum Energiezwerg gemacht habe, will ich es nun besser machen.
    Frage also: Wenn das Notebook als PC-Ersatz dient und eher seltener bewegt wird, würde man so tun also sei man unterwegs und auch zu Hause mit Akku arbeiten? Oder ohne Akku und nur mit Stromkabel, den Akku aber vorher entleeren oder doch besser aufladen?

    Ich bin gespannt.

    LG
    Peer

    1. Hallo Peer,

      wenn Sie Ihr Notebook nicht unterwegs nutzen, empfiehlt es sich, dass Netzkabel zur Stromversorgung zu nutzen.
      Um den Akku zu schonen, sollten Sie diesen vorher komplett aufladen und vor dem Netzbetrieb ausbauen.

      Das Aufladen des Akkus ist wichtig, um das Risiko einer Tiefentladung bei der Lagerung zu minimieren. Tiefentladene Akkus lassen sich nur schwer oder gar nicht regenerieren.
      Schlimmstenfalls führt eine Tiefentladung zum Defekt des Akkus.

      Beste Grüße

      Ihr Akku.net Team

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